EDF & Atomkraft: Das EDF-Atom-Aktien Fiasko, fallende Kurse, Verstaatlichung & Atomenergie


Veröffentlicht am 05.12.2023 in der Kategorie Atomenergie von Axel Mayer

EDF & Atomkraft: Das EDF-Aktienfiasko, fallende Kurse, Verstaatlichung & Atomenergie


Aktueller Einschub:


"Die französische Regierung hat den kriselnden Energieversorger EDF 2023 komplett verstaatlicht und bestimmt zukünftig die Geschicke des Unternehmens selbst. Trotz hoher Schulden muss EDF zukünftig die milliardenschwere AKW-Laufzeitverlängerung und den Bau neuer Atomkraftwerke finanzieren. Die französische Regierung plant aber auch den Ausbau der Offshore Windenergie im großen Stil, allein 2025 sollen in Frankreich Offshore-Windparks mit einer Leistung von 10.000 MW ausgeschrieben werden.
Die Geschäftsführung des staatlichen Energieversorgers EDF und die französische Regierung haben sich am 14.11.2023 nach schwierigen Verhandlungen auf eine Anpassung der Strompreise für Strom aus Atomkraftwerken geeinigt. Das berichtete bereits die französische Tageszeitung Le Monde. Danach soll der Preis für Strom aus französischen Atomkraftwerken ab 2026 von 42 Euro pro MWh (4,2 ct/kWh) um 67 Prozent auf 70 Euro pro MWh (7,0 ct/kWh) steigen. Hintergrund ist, dass das Arenh-System Ende 2025 ausläuft. Danach musste EDF bis zu 100 Mrd. kWh Strom an Wettbewerber zu staatlich gedeckelten Preisen von 4,2 ct/kWh verkaufen. Unklar ist, welche Konsequenzen das für die französischen Stromverbraucher hat."

Quelle: https://www.iwr.de/news/frankreich-erhoeht-preise-fuer-atomstrom-um-ueber-60-prozent-und-setzt-auf-offshore-windenergie-news38503



Der französische Energiekonzern EDF hat im Jahr 2022 den höchsten Verlust seiner Firmengeschichte geschrieben. Das Minus habe 17,9 Milliarden Euro betragen, zudem sei der Schuldenstand auf 64,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte EDF mit. (Eine Milliarde sind unglaubliche tausend Millionen!) Grund sind massive technischen Probleme der französischen Atomkraftwerke, die immer stärker zum Risiko für ganz Europa werden.
Da die Börse die Atomrisiken verstanden hat, hat Frankreich das Verfahren zur Verstaatlichung von Électricité de France (EDF) abgeschlossen. Die vollständige Kontrolle des Stromkonzerns durch den Staat werde am 8. Juni 2023 wirksam, erklärte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.


Die Électricité de France SA war eine börsennotierte, staatlich dominierte, stark verschuldete, französische Elektrizitätsgesellschaft und der zweitgrößte Stromerzeuger weltweit, mit einem extrem hohem Atomstromanteil an der Energieerzeugung. Frankreichs Energiepolitik und mit ihr der Atomkonzern EDF stehen mit dem Rücken zur Wand. Der Energiekonzern ist hoch verschuldet und die Aktienkurse sind seit Jahren im Sinkflug. Seit 10 Jahren verlieren die EDF Aktien jährlich 5% an Wert, schreibt boerse.de. Die französischen Atommeiler sind überaltert und marode, im Winter 2021/2022 standen 15 Reaktoren still und die Gefahr schwerer Unfälle wächst. Die EDF hat ein riesiges Problem: Fast alle Atomkraftwerke in Frankreich wurden in der gleichen Dekade gebaut und sie werden jetzt gleichzeitig alt. Für die Sanierung oder gar für den notwendigen, teuren Abriss ist kein Geld vorhanden. Der Reaktorbaukonzern AREVA wurde 2017/18 zerlegt und umstrukturiert, weil ihn die Neubaukosten für die Atomkraftwerke in Flamanville (Frankreich) und Olkiluoto (Finnland) in die Knie zwangen. Und in 2021 mussten auch noch die beiden einzigen weltweit in Betrieb befindlichen AKW-Blöcke des Typs Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) in Taishan (China), die AREVA gebaut hatte, aufgrund von Konstruktionsfehlern abgeschaltet werden. Die beiden in China gebauten EPR haben massive technische Probleme und zerlegen sich gerade.

Der einzige Europäische Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville, der aktuell in Frankreich überhaupt gebaut wird, geht frühestens 2024 ans Netz - mit zwölf Jahren Verspätung und er wird nahezu sechsmal so teuer wie geplant. Rentabel arbeiten wird er nie. Strom aus Wind und Sonne ist schon lange kostengünstiger als Strom aus neuen AKW.

Die Geschichte der französischen Atomkraft und der EDF ist keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Geschichte von Schulden, Pleiten, Pech und Pannen. Das sagt nicht nur die Umweltbewegung, sondern auch der langfristige Aktienkurs der EDF. Die Schulden der französischen Atomwirtschaft und zunehmend marode AKW drohen nicht nur die EDF, sondern den Staat in den finanziellen Ruin zu treiben.

Warum ist in Frankreich der Strom billiger als in Deutschland?


Weil die scheinbar niedrigen Stromkosten über die Steuer finanziert werden. Die Menschen in Frankreich müssen irgendwann die extremen Schulden und Zinsen der EDF über die Steuer bezahlen. In Frankreich werden die staatlich gedeckelten Preise für den Atomstrom in Zukunft allerdings drastisch erhöht.


Auch der französische Rechnungshof
sieht die aktuelle Entwicklung sehr kritisch. In einem Bericht, der im November 2021 veröffentlicht worden ist, weisen die Prüferinnen darauf hin, dass nun die Weichen gestellt werden müssen, um die Energie-Zukunft des Landes zu sichern. Schonungslos wird vom Rechnungshof die finanzielle Situation der EDF dargestellt, bei der sich Ende 2020 Schulden von 42 Mrd. € „angehäuft“ haben, so der Bericht, und ebenso schonungslos werden die Probleme beim Bau von Atomkraftwerken aufgelistet. In Flammaville, wo ein EPR-Reaktor errichtet wird, sind die Kosten von drei auf mehr als 19 Mrd. € gestiegen.

Der Europäische Druckwasserreaktor EPR undneue kleine Thorium-Reaktoren bringen neue Gefahren und Atommüll, der eine Million Jahre strahlt. Ökonomisch erfolgreich sind sie nicht.

Der französische Energiekonzern EDF hat im Jahr 2022 den höchsten Verlust seiner Firmengeschichte geschrieben. Das Minus habe 17,9 Milliarden Euro betragen, zudem sei der Schuldenstand auf 64,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte EDF mit. (Eine Milliarde sind unglaubliche tausend Millionen!) Grund sind massive technischen Probleme der französischen Atomkraftwerke, die immer stärker zum Risiko für ganz Europa werden.
Da die Börse die Atomrisiken verstanden hat, hat Frankreich das Verfahren zur Verstaatlichung von Électricité de France (EDF) abgeschlossen. Die vollständige Kontrolle des Stromkonzerns durch den Staat werde am 8. Juni 2023 wirksam, erklärte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.


Bei einem schweren Atomunfall in einem der überalterten französischen Atomkraftwerke wird der Aktienkurs der Electricité de France gegen Null sinken, doch das ist dann wohl das geringste Problem. Die Umweltbewegung hat in den letzten Jahrzehnten immer auf die ökologischen Probleme und die massiven Risiken der Atomkraft aufmerksam gemacht. Doch zwischenzeitlich sprechen auch alle ökonomischen Argumente gegen die Atomkraft. Es ist erstaunlich, wie gerade wirtschaftsliberale Politiker wie Herr Macron oder Herr Merz und die entsprechenden Medien die Atomkraft hochjubeln und grünwaschen. Doch die Zeit der Atomkraft ist vorbei. Wer von Umwelt nichts versteht, sollte zumindest rechnen können. It's the economy, stupid!

Axel Mayer

Wie schlägt sich die Electricité de France-Aktie im langfristigen Vergleich?
In den vergangenen zehn Jahren hat Electricité de France 5% p.a. verloren und das Anlagerisiko ist mit einer Verlust-Ratio von 4,0 als hoch einzustufen.
Deshalb ist Electricité de France kein Champion, gehört also nicht zu den 100 laut Perfor­mance-Analyse erfolg­reichsten und sicher­sten Werten der Welt, die in den vergan­genen zehn Jahren im Schnitt 18,8% jährlich gewonnen haben.
Quelle: boerse.de, abgerufen m 16.2.2022







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Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.


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